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Die Gastro Kolumne am Freitag (Wie geht's jetzt weiter?)

Wir haben uns verändert - und wie! Aber ohne den Lieblingsgastronom geht’s trotzdem nicht, oder?

In Zeiten der Corona Pandemie verlagert sich ja alles sehr in den digitalen Bereich. So auch Messen. Eine der größten Gastromessen Deutschlands ist die Intergastra, diese fand natürlich 2021 auch digital statt und ich war Messebesucher.

Und so wühlte ich mich 3 Tage lang durch interessante Vorträge, die ganz klar, auch die Pandemie zum Thema hatten. Welche Auswirkungen hatte Corona bisher auf die Gastronomie und was können wir für die Zukunft daraus schließen.

Grundsätzlich und das hört nicht nur in allen Expertenvorträgen sondern auch von vielen Gastronomen selbst: wir waren verwöhnt. Viele meiner Kunden haben seit Jahren ein jährliches Wachstum zu verzeichnen. Menschen gingen essen - oft.

Dann kam Corona und die Gastronomien hatten rund 10 Wochen geschlossen, viele hatten gar keine Einnahmen mehr, andere nur aus einem ToGo oder Liefergeschäft, das oftmals nur aufrechterhalten wurde, um die lieb gewonnenen Stammgäste weiterhin etwas verwöhnen.


Und nun? Wie wird es weitergehen? Kommt nach dem Lockdown das große Aufatmen? Haben die Menschen überhaupt noch genug Geld wieder essen zu gehen? Wird es einen Einschnitt geben, weil viele weiterhin im Home Office sind?


Die Öffnungen kamen und mit ihnen ein bombastischer Sommer. Bereits im Mai erfuhr die Gastronomie eine rasante Erholung, die zwar an die Zahlen vom Vorjahr nicht ganz herankam, dennoch aber das katastrophale Frühjahr einigermaßen ausglichen.

Was sagt uns das nun für diesen zweiten Lockdown? Wie wird sich unserer Wirtschaft hiervon erholen, speziell natürlich die stark gebeutelte Gastronomie?


Hier spielen natürlich viele Faktoren mit hinein. Viele Menschen haben große Veränderungen im privaten und beruflichen Leben erfahren. Sind nun dauerhaft im Home Office, werden nicht mehr so häufig auf Dienstreisen geschickt, haben lange Zeit in der Kurzarbeit oder sogar Arbeitslosigkeit verbracht und daher wurde das Geld knapp. Ebenso boomen Delivery Service sowie das Kochen daheim, so dass Restaurants vielleicht mittlerweile nur noch auf Platz 3 rangieren.


Wir haben uns also verändert! Haben uns die Rosinen der Pandemie rausgepickt und uns zu Hause mit gutem Essen und gutem Wein verwöhnt. Haben uns die Pizza bringen lassen, wenn wir keine Lust hatten selbst zu kochen, fehlt das Lieblingsrestaurant dann überhaupt noch?


Mein Fazit: JA! Und wie! Denn eines kann uns der Delivery Bote nicht bieten, eines vermissen wir, wenn wir die Menübox vom Gourmetitaliener abholen - die Emotionen, die Sozialisierung, das Miteinander. Essen geht man nicht nur wegen des Essens selbst, Essen geht man auch wegen der Menschen zu denen man eine Beziehung aufbaut.

Und tatsächlich sagten in der Befragung „Was möchten Sie als erstes nach dem Lockdown machen“ 57 % der Befragten „Ins Restaurant gehen“. Es wird also ein anstrengender Sommer, liebe Gastronomen. Bereitet Euch gut drauf vor - es wird großartig werden!

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